«

»

Nov 26 2015

Umbau GoPro Hero3 Black auf MP10 Linse

Dass die GoPro Hero 3 Black mit dem original verbauten 170 Grad Objektiv nicht gerade monstermäßig tolle Bilder liefert, ist bekannt. Dass mit der original Linse der sogenannte Fisheye-Effekt in den unbearbeiteten Bildern oft grauenhaft krumme Häuser und extrem gewölbte Horizonte zu sehen sind, auch. Was mich auch sehr an original Objektiv gestört hat ist, dass wenn man ein Objekt oder Landschaft aus der Luft filmt und dabei das Gimbal schwenk sich der Horizont wirklich unnatürlich verformt. Somit habe ich beschlossen, das viel beworbene MP10 Miniobjektiv von Vision-Dimension zu besorgen.

 

IMG_2273

Bild durch Klicken vergrößern

Um das neue Objektiv einzubauen, muss man die GoPro jedoch komplett zerlegen… Es gehört schon etwas Mut dazu, seine nicht gerade günstige 400€ Kamera mit dem Schraubenzieher zu maltretieren um sie zu öffnen und komplett zu zerlegen.

Wenn man die GoPro nämlich komplett zerlegt hat, dass man das Original Objektiv gegen das neue tauschen kann, schaut es auf dem Tisch so aus, wie rechts zu sehen…

Aber mit etwas Geschick, ruhiger Hand und Mut, kann man das Objektiv auch selber tauschen und sich das Geld für den Umbauservice sparen.

Ich werde in groben Schritten zeigen, wie man die GoPro umbaut und dass es eigentlich keine große Sache ist.

 

 

IMG_2280

Als erstes muss man die vordere Abdeckung entfernen. Diese lässt sich am besten mit einem flachen Schraubenzieher etwas anheben. Die Frontabdeckung ist mit ein paar Stiften fixiert und teilweise noch mit etwas doppelseitigem Klebeband fixiert. Aber wenn man sich vorsichtig von einer Stelle aus um das Gehäuse herum arbeitet, lässt sich die Abdeckung relativ leicht lösen.

Wenn die obere Abdeckung entfernt wurde, sollte man zwingend den Akku und die SD-Karte entfernen.

Danach kann man die vier Torx-Schrauben in den Ecken lösen. Wenn diese entfernt wurden, lässt sich die Elektronik aus dem Gehäuse ziehen. Um es jedoch vollständig heraus zu bekommen, muss man an der Seite, wo die SD-Karte sitzt noch mit einem flachen Schraubenzieher das Gehäuse etwas zur Seite drücken, damit der SD-Kartenhalter nicht ansteht.

 

IMG_2279

Bild durch Klicken vergrößern

Jetzt hat man die komplette Elektronik samt Objektiv aus dem Gehäuse entfernt.

Jetzt muss man das Schwarze Kupferband vom Objektivhalter zur Vorderseite der Platine lösen. Dieser Streifen ist nur geklebt und lässt sich leicht ablösen. Es reicht eigentlich schon, ihn vom Objektivhalter zu lösen und leicht wegzuklappen.

 

 

 

 

 

 

 

IMG_2277

Bild durch Klicken vergrößern

Als nächstes muss das dünne Flachbandkabel auf der rechten Seite gelöst werden. Das ist eine etwas fummelige Arbeit, aber auch kein Hexenwerk.

Als erstes klappt man vom Halter den kleinen schwarzen Fixierhebel nach oben. Dazu nimmt man am besten einen Zahnstocher, oder einen kleinen Schraubenzieher.

Wenn der kleine Hebel 90° nach oben aufgeklappt ist, lässt sich das Flachbandkabel aus der Halterung entfernen. Dazu muss man am besten unter das Kabel fahren und es vorsichtig herauszulösen.

Danach muss man noch die vier Torx-Schrauben vom Objektivhalter herausschrauben, um den Fotosensor vom Objektivhalter ablösen zu können.

 

 

 

IMG_2278

Bild durch Klicken vergrößern

Wenn man die Platine mit dem Fotosensor seitlich weggeklappt hat, kann man das ganze Flachbandkabel vorisichtig von der Hauptplatine lösen.

Dabei sollte man sehr vorsichtig sein, denn wenn man den Bildsensor beschädigt, war es das mit der GoPro. 😉

Man solle auch darauf achten, dass möglichst wenig bis kein Staub auf den Bildsensor gelangt. Wenn doch, dann gaaaanz vorsichtig mit einem Brillentuch reinigen.

 

 

 

 

 

IMG_2275

Bild durch Klicken vergrößern

Jetzt muss man noch die Kreuzschlitzschraube am oberen Rand neben den drei Batterie-Kontakten herausdrehen.

Danach lässt sich die komplette Elektronik nach vorne raus schieben. Am Anfang kann es noch etwas schwer gehen, das liegt daran, dass der Prozessor mit Wärmeleitpaste leicht verklebt ist.

 

 

 

 

 

 

 

IMG_2274

Bild durch Klicken vergrößern

Wenn man die Elektronik herausgeschoben hat, dann hat man nur noch die Abdeckung und den Objektivhalter.

Den Halte kann man dann durch lösen von drei Schrauben von der Platte lösen.

Für das Miniobjektiv von Vision-Dimension benötigt man einen neuen DIY-Lensholder. Dieser ist im Set mit enthalten und wird mit den gleichen Schrauben wieder auf die Frontplatte geschraubt. Zuvor kann man jedoch das neue Objektiv in den DIY-Halter eindrehen. Man benötigt ca. 13 volle Umdrehungen, bis man grob im scharfen Bereich ist.

Jetzt kann man die GoPro wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammenbauen, bis sie hoffentlich wieder so aussieht, wie am Anfang. 😉

 

 

Zum Scharfstellen der GoPro mit dem neuen Objektiv benötigt man einen Micro-HDMI Adapter und ein HDMI-Kabel, damit man die GoPro mit einem Monitor oder Fernseher verbinden kann.

Dazu einfach so lange am Objektiv drehen, bis man in den scharfen Bereich kommt. Ich habe hierzu den Film-Modus verwendet mit der Einstellung Wide.

IMG_2301Wenn das Bild auf dem Fernseher soweit schrarf eingestellt ist, habe ich im Word eine Art Uhr ausgedruckt, ausgeschnitten und um die GoPro geklebt. Danach stellt man die GoPro auf ein Stativ und stellt es so ein, dass es nicht wackelt oder sich verdreht.

Ich habe mir am Objektiv eine Markierung gemacht und mit die anfangsminute gemerkt. Danach im Wide Fotomodus ein Bild gemacht und das Objektiv “eine Minute” weiter gedreht und wieder ein Bild geknipst. Wenn man ca. 30 Fotos geknipst hat, kann man anhand der Bildgröße auf der SD-Karte sehen, wo das Objektiv am schärfsten war – nämlich das Bild mit der Größten Dateigröße. Jetzt muss man das Objektiv nur noch auf diese ” Minute” zurückdrehen und man hat die GoPro halbwegs fein scharf gestellt.

Die finale Feinjustage muss noch vorngenommen werden, indem man ein Objekt in ca. 100 Metern Fotografiert und schaut, ob das Bild die gewünschte Schärfe hat. Ansonsten muss man wieter minimal am Objektiv drehen, bis man komplett zufrieden ist und ein sauber scharfes Bild erhält 🙂